Kärntner Wirtschaft Freitag, 30.01.2006
Bald eine Sprache der Wirtschaft
Euro-Einführung in Slowenien als gemeinsame Sprache auf wirtschaftlicher Ebene
Slowenien bleibt ein höchst interessanter Markt. Immer mehr österreichische Betriebe setzen auf Standorte beim EU-Nachbarn. Ein Lokalaugenschein mit dem Presseclub Carinthia in Laibach.
„Die Beziehungen zwischen Österreich und Slowenien sind im Allgemeinen sehr gut, im politischen Bereich ausgezeichnet, im wirtschaftlichen Bereich sensationell“, erklärt Botschafter Valentin Inzko.
Beim Pro-Kopf-Import österreichischer Waren lag Slowenien mit 976 Euro vor der Schweiz und Deutschland an der Spitze. Slowenien rückte im Vorjahr an die zehnte Stelle der wichtigsten österreichischen Absatzmärkte weltweit. „Abseits von Tagesereignissen gibt es ein gigantisches Mosaik von Beziehungen.“
Auf zwei Gleisen nach Graz
„Die Strecke Marburg–Graz ist fast zweigleisig ausgebaut, es fehlen nur noch 24 Kilometer. Österreich und Slowenien planen ein gasbetriebenes Zwillingskraftwerk“, so Inzko zu Verkehrsinfrastruktur- und Energieprojekten. Sloweniens Wirtschaftskammerpräsident Joško ˇCuk beleuchtete zwei Jahre EU-Erfahrung und die interessanten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen: „Fast jede vierte Auslandsinvestition stammt aus Österreich.“ Slowenien habe nur fünfundvierzig Investitionen in Österreich getätigt, andererseits studieren 700 junge Slowenen in Österreich.
Euro ab 2007 in Slowenien
„Slowenien ist für Kärntner Unternehmen nach Deutschland und Italien der wichtigste Handelspartner“, berichtet WK-Präsident Franz Pacher. „Wir schätzen, dass etwa 400 Kärntner Unternehmer wirtschaftliche Beziehungen mit Slowenien unterhalten.“
Die Wirtschaftskammer Kärnten führt schon seit vielen Jahren Wirtschaftsaktivitäten zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kärnten und Slowenien durch.
Seit 2003 organisiert die
Wirtschaftskammer ein Interreg IIIA Projekt mit der Wirtschaftskammer Slowenien und slowenischen Partnern. Hauptziel ist die Förderung und Betreuung von Kooperationen zwischen Unternehmern aus beiden
Regionen. „Mit Einführung des Euro, also 2007, sprechen wir gemeinsame Sprache auf wirtschaftlicher Ebene.“ Dann erwartet sich Pacher eine ähnliche Dynamik wie mit dem Nachbarn Italien.
Grenze fast verschwunden
„Die Grenze ist fast verschwunden, es hat sich ungeheuer viel getan“, beschreibt Handelsdelegierter Georg Krauchenberg die rasante Entwicklung. Slowenien habe den höchsten Standard aller EU-Beitrittsländer. „Die österreichische Wirtschaft hat bereits früh die Wichtigkeit der Öffnung der osteuropäischen Märkte erkannt und sich dementsprechend in den dynamischen Entwicklungsprozess eingebracht“, so Krauchenberg.
Für die Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich bedeute die EU-Mitgliedschaft Sloweniens die Chance zu einer weiteren Intensivierung: Fortfall der Grenzformalitäten sowie Eliminierung von Handelshemmnissen vor allem auf dem Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor.
Helmut Dareb
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