Länderinformationen Kärnten
Basisdaten:
Allgemein:
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./qkm
Wohnbevölkerung: 559.538 (2004)
Bevölkerungsprognose: 538.702 (2030)
Wirtschaft:
BRP: 12.687 Mio EUR (2002)
BRP Kopfquote: 22.600 EUR (2002)
Unselbständig Beschäftigte: 196.009 (Jahresdurchschnitt 2004)
Das ist Kärnten
Kärnten ist das südlichste Bundesland Österreichs. Im Südwesten grenzt es an Italien, im Südosten an Slowenien. Die Bodenfläche beträgt 9.533 km², das sind 11,4 Prozent der gesamtösterreichischen Fläche. In Kärnten leben ca. 560.000 Menschen - 7 % der gesamtösterreichischen Bevölkerung. Die Hauptstadt Kärntens ist Klagenfurt (92.000 Einwohner). Größere Städte sind Villach (ca. 57.000 Einwohner), Wolfsberg, Spittal/Drau, St. Veit, Völkermarkt, Feldkirchen und Hermagor.

Verkehrsmäßig liegt Kärnten sehr günstig. Der Bahnhof Villach als Verkehrsknotenpunkt ist einer der meistfrequentierten Bahnhöfe Österreichs. Die Autobahnverbindungen nach Italien und Slowenien bzw. in die nördlichen Bundesländer Salzburg und Steiermark sind sehr gut ausgebaut. Mit den international bedeutenden Häfen Triest (Italien), Rijeka (Kroatien) und Koper (Slowenien) in geringer Entfernung ist Kärnten auch über den Seeweg günstig zu erreichen.
Kärnten – arbeiten, wo andere Urlaub machen
In Kärnten gibt es rund 23.000 aktiv tätige Unternehmen. Das Bruttoregionalprodukt Kärntens beträgt ca. 12,7 Milliarden Euro; pro Einwohner ergibt dies einen Wert von ca. 22.700 EUR. Davon entfallen 34 % auf die Industrie und das produzierende Gewerbe, 11 % auf den Handel, 6 % auf den Tourismus, 6 % auf Verkehr und Kommunikation und 21 % auf den Öffentlichen Dienst. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten beträgt im Jahresdurchschnitt ca. 195.000. Die Arbeitslosenrate lag 2004 im Durchschnitt bei 7,9 % nach nationaler Berechnungsmethode (ca. 4,9 % nach EU-Berechnungsmethode). Dieser Wert ist im Jahresverlauf wegen der saisonabhängigen Bereiche Tourismus und Bauwirtschaft erheblichen Schwankungen ausgesetzt.
Kultur
Bedingt durch seine Lage im Schnittpunkt der drei großen europäischen Sprachgruppen (der slawischen, romanischen und germanischen), haben sich in Kärnten seit jeher viele kulturelle Einflüsse vermischt. Die slowenische Minderheit im süd-östlichen Teil Kärntens prägt seit jeher die kulturelle Entwicklung des Landes mit und ist durch slowenisch- bzw. zweisprachige Schulen, Kindergärten, Medien und viele Vereine vertreten. Zahlreiche Kulturinitiativen tragen heute zur Begegnung mit der Mehrheitsbevölkerung bei und sind ein fixer Bestandteil des Kultur- und Geisteslebens. Das Kulturangebot in Kärnten ist überaus vielfältig und spannt sich vom „Carinthischen Sommer“ über diverse Konzerte auf der Burgarena Finkenstein, die Komödienspiele in Spittal und „Jazz over Villach“ bis zur Wörthersee-Bühne. In den vergangen Jahren hat sich Kärnten zu einer Event-Hochburg entwickelt. Wie keinem anderen Bundesland Österreichs ist es Kärnten gelungen, die perfekte Mischung aus traditionellen Tourismuskonzepten und hochkarätigen Events wie der European Bike Week, dem Beach Volleyball Grand Slam oder dem Ironman zu finden.
Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche
Die Industrie und das produzierende Gewerbe haben mit 34 % den höchsten Anteil am BIP. Die wichtigsten Industrie-Branchen sind in den Bereichen Elektronik, Chemie, Stein und Keramik, Bau, Maschinen- und Stahlbau, Nahrung und Genussmittel, Papier und Holz zu finden. Die wichtigsten Branchen im produzierenden Gewerbe: Bau-, holzverarbeitendes und metallverarbeitendes Gewerbe. Nach Produktgruppen eingeteilt stellen Grundstoffe 4,4 %, Halbfertigprodukte 15,4 % und Fertigprodukte 80,2 % der Industrieproduktion.
Dem Tourismus kommt in Kärnten große Bedeutung zu. Kärnten kann pro Jahr rund 13 Millionen Nächtigungen verzeichnet, 70 % davon entfallen auf das Sommerhalbjahr. Kärntens größte Badeseen (Wörther See, Ossiacher See, Millstätter See und Weißensee) sowie rund 200 weitere kleinere Seen stellen attraktive Reiseziele für in- und ausländischer Feriengäste dar. Attraktionen für die Gäste sind u. a. Golfen, Wandern, Radfahren, Reiten und Fischen im Sommer, Schifahren, Eislaufen, Langlaufen und Tourengehen im Winter. Rund 163.000 Betten stehen für die Gäste bereit.
Knapp 60 % des Landes sind mit Wald bedeckt, Kärnten gilt daher als klassisches Holzüberschussland. Die wichtigsten Branchen sind die Papier-, Säge- und Holz verarbeitende Industrie, Zimmerer, Tischler und Holzhändler. Diese Branchen beschäftigen insgesamt rund 8.500 Arbeitnehmer und erzielen einen Anteil an der gesamten gewerblichen Produktion von 20 %.
Kärnten ist ein Umwelt-Musterland. Durch die frühzeitige Seensanierung besitzen die meisten der rund 200 Kärntner Badeseen Trinkwasserqualität. Auch die 1.300 Flusskilometer weisen einen hervorragenden Gütestand auf. Die Luftschadstoffe konnten wesentlich reduziert werden Kärnten hat in der Abfallwirtschaft eine gute Infrastruktur an modernen Entsorgungseinrichtungen. In diesem Jahr geht die Müllverbrennungsanlage in Arnoldstein in Betrieb. Wichtige Kärntner Industriebetriebe setzen Abfälle als Sekundärbrennstoffe ein.
Außenwirtschaft
Bedingt durch den zu kleinen Inlandsmarkt hat der Export traditionell eine große Bedeutung für die Kärntner Wirtschaft. 56 % der Industriegüter werden exportiert. Die wichtigsten Exportbranchen sind Elektronik, Chemie, Maschinen und Stahlbau sowie Holz und Holzverarbeitung. Geringer ist der Exportanteil im Gewerbe, wo er zwischen 5 und 7 % liegt. Zunehmend wichtig wird der Dienstleistungsexport, insbesondere bei den unternehmensnahen Dienstleistungen. Die wichtigsten Auslandsmärkte für Kärnten sind Deutschland, Italien, Slowenien und Kroatien, wobei die Länder Südosteuropas immer mehr an Bedeutung gewinnen. Weltweit werden die Exportmärkte von rund 900 Kärntner Betrieben regelmäßig bearbeitet.

