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Länderinformationen Slowenien

Basisdaten:

Allgemein:
Fläche: 20.273 qkm
Einwohner: 1,99 Mio. (2003)
Bevölkerungsdichte: 98,3 Einw./qkm
Bevölkerungswachstum: + 0,19 % (2003/2002)

Politik:      
Offizieller Name: Republika Slovenija (Republik Slowenien)
Hauptstadt: Ljubljana (Laibach)
Staatsform: Republik/Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt: Dr. Janez Drnovšek
Sprache: Slowenisch

Wirtschaft:
BIP: 32 Mrd. USD (2004), 34 Mrd. USD (Progn. 2005)
BIP je Einwohner: 16.110 USD (2004), 17.102 USD (Progn. 2005)
Wirtschaftswachstum: 4,2 % (2004), 4,0 % (Progn. 2005)
Inflationsrate: 3,6 % (2004), 2,6 % (Progn. 2005)
Währung/Wechselkurs: Tolar (SIT)
1 € = 239,64 SIT


Wirtschaftsbericht Slowenien

Slowenien ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Länder der neuen EU-Mitgliedstaaten Zentral- und Osteuropas. In Slowenien begann der Übergangsprozess direkt nach der Loslösung vom früheren Jugoslawien im Jahre 1991 und ohne die für Staaten der Region typische Depressionsphase nach der Auflösung des kommunistischen Regimes. Seither verzeichnet die slowenische Wirtschaft robuste Wachstumsraten. 2004 betrug das Wirtschaftswachstum 4.2%.

Charakteristisch für die kleine, offene und weitgehend vom Handel mit der Europäischen Union abhängige slowenische Volkswirtschaft ist die starke Entwicklung des Dienstleistungssektors (60% des BSP) sowie der Industrie (36%), während die Landwirtschaft (4%) nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Defizit in der Ertragsbilanz ist gering und die Arbeitslosigkeit liegt unter 7%. Der ausgesprochen gesunde Staatshaushalt würde hinsichtlich des Budgetdefizits (-1.7%) und der Staatsverschuldung (ca. 30%) bereits heute den fiskalischen Maastrichtkriterien genügen. Die Inflation weist eine sinkende Tendenz auf (2003: 5.6%, 2004: 3.6%). Die robuste und stabile Wirtschaftssituation erlaubte Slowenien am 27.6.2004 dem Europäischen Wechselkursmechanismus II (ERM II) beizutreten. Der Euro wird mit 1.1.2007 eingeführt.


Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

2004 erhöhten sich die österreichischen Exporte nach Slowenien erheblich und zwar im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um 28,3 % auf 1.986 Mio. EUR.
Zuwächse gab es vor allem bei Nahrungsmitteln und Getränken, Strom- und Gaslieferungen, med. und pharm. Erzeugnissen, Eisen und Stahl, Büro- und EDV-Maschinen, elektrischen Maschinen, Straßenfahrzeugen und anderen Beförderungsmitteln.
Mit diesem hervorragenden Ergebnis rückte Slowenien unter die 10 wichtigsten österreichischen Exportdestinationen hinter Spanien und vor den Niederlanden auf. Eine Besonderheit sind in letzter Zeit Flugzeuglieferungen zu Wartungszwecken nach Slowenien im Wert von 195 Mio. EUR. Doch auch bei Herausrechnung dieses Betrages aus der österreichischen Außenhandelsstatistik erreichte Slowenien 2004 unangefochten die 10. Stelle.
Beim Pro-Kopf Import österreichischer Waren lag Slowenien 2004 mit 976,- EUR, wie in den Jahren zuvor, vor der Schweiz und Deutschland an der Spitze.

Die Importe aus Slowenien stiegen 2004 um 32,0 % auf 1.156 Mio. EUR. Besondere Erfolge konnte Slowenien bei Leder- und Sattlerwaren, Papier und Pappe, Eisen und Stahl, NE-Metallen, diversen Metallwaren, Möbeln, Bekleidung und der Position andere Beförderungsmittel verbuchen.

In den ersten 6 Monaten 2005 entfielen gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres die Flugzeuglieferungen. Die österreichischen Exporte nach Slowenien sanken im 1. Halbjahr 2005 um 9,9% auf 880 Mio. EUR, was jedoch unverändert die 10. Stelle weltweit bedeutet. Die Importe aus Slowenien verminderten sich, gleichfalls bedingt durch den Fortfall der Flugzeuglieferungen und weitgehend der Lederverarbeitung für eine österreichische Firma, in der gleichen Zeit um 23,8% auf 466 Mio. EUR.

Ein wesentlicher Grund für die österreichische Exportstärke in Relation Slowenien liegt darin, dass Österreich in Slowenien der mit Abstand wichtigste Investor ist. Gemäß den Berechnungen der Slowenischen Nationalbank beliefen sich die Direktinvestitionen der österreichischen Unternehmen zum Stichtag 31.12.2004 auf 1.642 Mio. EUR, was einen Anteil von 29,2% an allen Auslandsdirektinvestitionen in Slowenien bedeutet. Es folgten die Schweiz mit 17,2% (Kauf der Pharmafirma Lek durch Novartis), die Niederlande mit 10,6%, Frankreich mit 7,8%, Deutschland mit 7,2% und Italien mit 6,3%.
Die österreichischen Direktinvestitionen erstrecken sich dabei auf alle Wirtschaftsbereiche, das heißt den industriellen und gewerblichen Produktionssektor, den Handel und auf Dienstleistungen unterschiedlichster Art. So ist Österreich das einzige Land, aus welchem mehrere Banken mit ihren Töchtern als Vollbanken vor Ort tätig sind. Österreichische Unternehmen haben in Supermärkte, Baumärkte und u.a. Tankstellennetze investiert.

Transportunternehmen aus Österreich verfügen in Slowenien über wichtige logistische Zentren. Die wichtigsten österreichischen Direktinvestitionen in der Industrie finden sich in den Bereichen Papier- und Kartonerzeugung, Maschinen und Stahlwaren, Kräne, Fahrzeugzulieferungen, Baustoffe und chemische Produkte. Die österreichischen Unternehmen schätzen die gute Arbeitsproduktivität und Qualität der slowenischen Arbeitskräfte, wodurch das verglichen zu anderen EU-Beitrittsländern höhere Lohnniveau kompensiert wird. Der Wegfall der Zollformalitäten seit dem 1.5.2004 verbessert die Möglichkeiten für Just in Time Lieferungen und somit insbesondere Zulieferungen der slowenischen Industrie an die österreichische Automobil- und Maschinenindustrie.

Im Rahmen des EU-Beitritts ist auch für Slowenien die weitere Verbesserung der Infrastruktur aber auch der Umweltmaßnahmen vordringlich. Gerade für die österreichische Exportwirtschaft öffnen sich dabei sehr gute Lieferchancen. Derzeit befinden sich eine Reihe von Kläranlagen, Fließwasser- und Luftreinhaltungsprojekte in Planung oder in unterschiedlichen Phasen der Ausschreibung. Für die Gemeinden genießt der Bau von Kläranlagen und eine moderne Mülltrennung oberste Priorität. Da das Know-how gerade der österreichischen Unternehmen auf dem Gebiet des Umweltschutzes international anerkannt ist, hat die Außenhandelsstelle Laibach am 10.11.2004 ein „Austria Showcase Slowenien“ zum Thema Umwelt sowie auch Infrastruktur organisiert. Österreichische Unternehmen hatten dabei die Gelegenheit, ihre Erzeugungsprogramme und Dienstleistungen Fachleuten von Behörden und Unternehmen näher zu bringen.

Es ist hervorzuheben, dass die österreichische Wirtschaft bereits früh die Wichtigkeit der Öffnung in Richtung der osteuropäischen Märkte erkannt und sich dementsprechend in den dynamischen Entwicklungsprozess eingebracht hat. Bei Slowenien kam noch hinzu, dass dieses Nachbarland stets als ein potenter Absatzmarkt angesehen wurde und den österreichischen Unternehmen auch die Entwicklungsunterschiede Sloweniens in Relation zu den südlichen Teilstaaten des früheren Jugoslawiens bewusst waren. Hingegen wurde dies in Westeuropa noch bis vor kurzer Zeit kaum gesehen und der kleine aber feine slowenische Markt vernachlässigt. Österreichische Unternehmen, die bisher noch nicht aktiv waren, sind gut beraten, ihre Chancen in Slowenien, so auch mit Hilfe der Außenhandelsstelle, auszuloten.

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    (23.2.2012 | 9:52)

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